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Dieses leerstehende Hallenbad zieht Vandalen an

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Lost
Es wird
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BRD Dieses leerstehende Hallenbad zieht Vandalen an

Beitrag von Lost »

Dieses leerstehende Hallenbad zieht Vandalen an

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Dieses leerstehende Hallenbad zieht Vandalen an.jpg (66.87 KiB) 62 mal betrachtet
Spanplatten statt Glas: Das ehemalige Lindauer Hallenbad Limare zieht regelmäßig Vandalen an.

Wieder eine eingeschlagene Scheibe im Limare. Wieder sichert das Technische Hilfswerk Lindau (THW) das Fenster mit Brettern. Eigentlich ein Routineeinsatz, doch die Polizei ist dabei: Denn ohne diese rückt das THW nicht mehr zu Einsätzen im leerstehenden Hallenbad aus.

Aus gutem Grund: An Pfingsten musste das Team um Gruppenführer Marvin Waldek einen Einsatz im Limare abbrechen, weil Unbekannte Steine durch Fensterscheiben geworfen hatten, als die Einsatzkräfte noch im Haus waren.

Das ehemalige Hallenbad, das seit mehr als drei Jahren verwaist ist, scheint Vandalen anzuziehen. Die Stadt stelle regelmäßig fest, dass Fenster eingeschlagen oder Türen beschädigt sind. „Leider hat der Vandalismus in den vergangenen Monaten zugenommen“, schreibt Bettina Wind, Pressesprecherin der Stadt, auf Nachfrage der Lindauer Zeitung.
Als "Lost Place" bekannt

Die Polizei, die in diesem Jahr bei vier Einsätzen vor Ort war, wundert das nicht. „Leerstehende Gebäude üben oft einen gewissen Reiz aus“, sagt Wolfgang Blischke, stellvertretender Dienststellenleiter der Lindauer Polizei. Das ehemalige Limare sei sogar als „Lost Place“ auf einschlägigen Webseiten verzeichnet.

Eine gesprungene Fensterfront.jpg
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Eine gesprungene Fensterfront: Zeichen für Zerstörungswut.

Die Liste der Schäden ist lang. Bettina Wind berichtet von eingeschlagenen Fenstern und Lichtkuppeln, aufgebrochenen Fenstern und Türen bis hin zu diversen Verschmutzungen.
Wer um das Gebäude herum geht, sieht immer wieder Sperrholzplatten. Sie ersetzen zerstörte Fensterfronten. Gesprungenes Glas, das netzförmige Kreise zieht, zeugt von erfolglosen Versuchen. Die Folien an den Außenwänden sind teilweise aufgerissen, Isoliermaterial quillt hervor.Dass hinter dieser trostlosen Fassade Kinder und Erwachsene in eine bunte Erlebniswelt abgetaucht sind, scheint Ewigkeiten her zu sein. Das Limare ist ein verlorener Ort, der immer mehr verfällt.

Ein geschäftstüchtiger Bauunternehmer aus Isny hat seine Visitenkarte an die vergilbte Klingel am Eingang gesteckt. Nicht nur er erkennt, dass hier gehandelt werden muss. Doch die Zukunft des Grundstücks ist noch immer ungewiss.
Die Stadt will es samt Gebäude verkaufen. Es soll einem Hotel Platz machen. So waren zumindest die Pläne.

Einen Kaufinteressenten scheint es zu geben. Das bestätigt die Stadt auf wiederholte Anfragen der Lindauer Zeitung. Verzögerungen hätten sich ergeben, weil weitere Gutachten notwendig geworden seien. Konkret ginge es dabei um Untersuchungen zur Gebäudesubstanz und einen „eventuellen Mehraufwand beim Abbruch“.

Inzwischen liegen die Gutachten vor, bestätigt Bettina Wind. Zu welchem Schluss sie kommen, bleibt allerdings genauso geheim wie die Frage, ob es für die Stadt nun doch eine Option ist, den Abriss des Hallenbades zu übernehmen. Unklar bleibt auch, ob die Hotelpläne noch aktuell sind.„Da im Vergabeverfahren alle Beteiligten zur Vertraulichkeit verpflichtet sind, können wir noch keine Informationen darüber veröffentlichen“, schreibt Wind. Wenn die Verträge unterzeichnet sind, werde das im Stadtrat kommuniziert.
Um den Eingangsbereich ist ein Absperrband gespannt. Das grüne Türchen, das zu dem früheren Außenbereich führt, ist offen. Durch das Außenbecken komme man nicht ins Haus, versichert Wind: „Der Durchgang ist mit OSB-Platten verschlossen.“
Auch der Eingangsbereich ist bereits beschädigt worden. Vandalen lassen sich von dem Absperrband nicht aufhalten..jpg
Auch der Eingangsbereich ist bereits beschädigt worden. Vandalen lassen sich von dem Absperrband nicht aufhalten..jpg (56.63 KiB) 59 mal betrachtet
Auch der Eingangsbereich ist bereits beschädigt worden. Vandalen lassen sich von dem Absperrband nicht aufhalten.

Doch solange das Limare im Dornröschenschlaf steckt, wird es für ungebetene Besucher interessant bleiben. Zu deren Motiven kann auch die Polizei „keine pauschale Antwort“ geben.

„Steinwürfe von außen haben sicherlich nur Zerstörungscharakter“, meint Blischke. Hinweise darauf, dass sich Menschen im Limare häuslich eingerichtet haben, gebe es derzeit nicht.Bleibt die Frage: Tut die Stadt genug, um das Gebäude zu sichern und Menschen abzuschrecken, dort einzusteigen?

Die Polizei will sich dazu nicht äußern. Die Stadt verspricht indes, nachzurüsten. Sie treffe derzeit weitere Überlegungen, „welche zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen wir einsetzen können“, schreibt Wind. Sie gibt aber zu bedenken: Ein leerstehendes Gebäude vollständig gegen Einbruch zu schützen, sei eine Herausforderung.Auch Blischke weiß: „Einen hundertprozentigen Schutz wird es nicht geben.“ Man könne es den vermeintlichen Vandalen nur so schwer wie möglich machen, ins Gebäude zu gelangen.„Wir appellieren, das leerstehende Gebäude nicht zu betreten und sich an das Verbot zu halten“, betont Bettina Wind. Zuwiderhandlungen würden angezeigt.

Die lange Glasfront am alten Hallenbadteil gibt kaum noch den Blick frei auf das Schwimmerbecken, in dem Generationen von Lindauern ihre ersten Züge gemacht haben. Inzwischen drückt das Grundwasser im hinteren Beckenbereich grünlich-braun nach oben.

Auch hier hat jemand versucht, die Scheibe einzuschlagen. Ganz geschafft hat er es nicht. Aber das Fensterbrett ist voller Glasscherben, auch auf dem Grünstreifen finden sich welche.

Was ist, wenn etwas passiert? Wenn sich jemand an den Scheiben schneidet oder wenn jemand ins Gebäude eindringt und in das Becken stürzt? Wer ist dann schuld?

Grundsätzlich hafte die Stadt als Eigentümerin eines Gebäudes, das nicht mehr dem sogenannten Verkehr überlassen ist, nicht – wenn sie ihren Verkehrssicherungspflichten ausreichend nachgekommen ist, erklärt Bettina Wind. Aber auch sie weiß: „Letztlich bleibt es aber wohl eine Einzelfallentscheidung.“

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